Was ist ein Lymphödem?

- schweres Lymphödem
Bei einem Lymphödem handelt es sich um eine chronische fortschreitende Erkrankung, hervorgerufen durch jegliche Verminderung der Transportkapazität des Lymphsystems, um Flüssigkeit aus dem Zwischenzellraum zum Kreislaufsystem zu drainieren. Das Lymphödem kann primär - hervorgerufen durch genetische Abnormalitäten des Lymphgefäßsystems - oder sekundär - hervorgerufen durch Karzinome und ihre Behandlungen, Verletzungen, Operationen, Infektionen wie Filarien, Mykosen, Bakterien und Viren - sowie auch künstlich erzeugt sein.
Weltweit ist die Hauptursache des sekundären Lymphödems die Filariasis (eine tropische Krankheit hervorgerufen durch Würmer), europaweit ist der Brustkrebs mit seiner Behandlung die häufigste Ursache mit einer Häufigkeit von 20 bis 30 Prozent je nach Behandlungsart. Das Lymphödem führt nicht nur zu ästhetischen Problemen durch Schwellungen einer Extremität, sondern auch zu Fehlfunktionen durch Schmerz, Schwere und eingeschränkte Beweglichkeit sowie zu psychischen Problemen.
Lymphödeme können unmittelbar nach dem verursachenden Ereignis oder aber auch erst viele Jahre später auftreten.
Anzeichen für ein Lymphödem

- Stemmer´sches Zeichen
- Anschwellen (allmähliches oder plötzliches)
- gespannte Haut und Schweregefühl an der betroffenen Stelle
- Beschwerden wie Kribbeln etc.
- Dellenbildung bei Eindrücken mit dem Finger an der betroffenen Stelle
- Die Haut kann an der 2. Zehe nicht mit zwei Fingern angehoben werden, sondern fühlt sich prall und derb an (Stemmer´sches Zeichen).
- Die natürlichen Hautfalten an den Zehen bzw. Fingern sind stark vertieft.
- Verhärtungen der betroffenen Stelle (Fibrose)
- Rötung durch schwere entzündliche Vorgänge wie Wundrose (Erysipel)
Behandlung eines Lymphödems
In unserer Klinik besteht die stationäre Behandlung in täglicher manueller Ganzkörperlymphdrainage von 45 bis 60 Minuten, intermittierender pneumatischer Kompression mit Lympha-Press, pulsiertem Magnetfeld gefolgt von der lymphologischen Kompressionsbandagierung (die Bandagierungszeit ist nicht in der Zeit der Lymphdrainage enthalten). Am Nachmittag erfolgt die zentrale Behandlung sowie Gymnastik, die durch einmal pro Woche durchgeführtes therapeutisches Tanzen, Softgymnastik, Entspannungsübungen und Qi Gong ergänzt wird.
Tägliches Terraintraining, das als Lympho-Opt Walking durchgeführt wird, sowie Behandlungen für zusätzliche Erkrankungen ergänzen das Therapieangebot. Eine Reduktionskost rundet den Tag in der Klinik ab. Die Reduktionskost ist erforderlich, da Übergewicht zu einer Verschlechterung des Ödems führt. Bei Schmerzen können die Patienten Softlaserbestrahlungen, die ebenso zur Lockerung von Narben und Fibrosen und Besserung von Ulzera eingesetzt werden, erhalten.
Bei Ulzera kommen neben Fußbad auch die Ozon- und später die Kohlensäurebegasung zur Anwendung. Bei Fibrosen erhalten die Patienten zusätzliche Behandlungen im elektrostatischen Feld und Schallwellentherapie. In Ergänzung werden die Patienten über ihr Krankheitsbild einschließend des Umganges mit der Krankheit sowie über Ernährung und psychische Probleme bei chronischen Krankheiten informiert.
Was ist ein Lipödem?

- leichteres Lipödem ("Reiterhose")
Das Lipödem ist eine symmetrische Fettverteilungsstörung, die besonders an Ober- und Unterschenkeln, seltener auch an den Armen auftritt. Zu diesem Krankheitsbild gehören auch Wassereinlagerungen (Ödeme), die sich vor allem in der zweiten Tageshälfte bilden und von Spannungs-, Druck- und Berührungsschmerzen begleitet werden.
Menschen, die an Lipödemen leiden, bekommen teilweise ohne äußere Ursache blaue Flecken (Hämatome). Die Krankheit nimmt im Laufe der Jahre zu. Im fortgeschrittenen Stadium kann sich zusätzlich auch ein Lymphödem ausbilden. Lipödeme treten fast ausschließlich bei Frauen und hier in den Familien gehäuft auf. Sie kommen auch bei völlig schlanken Frauen vor. Diese haben einen schmalen Oberkörper und schlanke Hüften, während ihre Beine sehr dick sind. Lipödeme können in jedem Lebensabschnitt auftreten, besonders aber in der Pubertät oder während einer Schwangerschaft.
Anzeichen eines Lipödems
- Typ I: Fettgewebsvermehrung im Bereich von Gesäß und Hüften (Reiterhosenphänomen)
- Typ II: Das Lipödem reicht bis zu den Knien, Fettlappenbildungen im Bereich der Knieinnenseite
- Typ III: Das Lipödem reicht von den Hüften bis zu den Knöcheln
- Typ IV: Arme und Beine sind betroffen
- Typ V: Lipolymphödem
Je nach Schweregrad der Erkrankung teilen wir sie in Stadien ein.
- Stadium: Orangenhaut, feinknotige Hautoberfläche
- Stadium: Matratzenhaut, grobknotige Hautoberfläche mit größeren Dellen
- Stadium: grobe, deformierende Fettlappen
Weitere Anzeichen

- schweres Lipödem
Zusätzlich treten auch noch Beschwerden wie dumpfes Schwellungsgefühl, Berührungs- und Druckschmerzhaftigkeit sowie Kälteempfindlichkeit auf. Die Berührungsschmerzhaftigkeit kann so weit führen, dass sogar das Anliegen des Rockes oder der Hose an den Unterschenkeln zu unerklärbaren Schmerzen führt. Oft treten im Bereich der Oberschenkel seitlich Besenreisernester auf. Bei weiterem Fortschreiten der Erkrankung mit massiven Fettlappen kommt es auch zu einer Störung des Ganges, die Fettlappen behindern das Gehen. Die Knie geraten in X-Bein-Stellung.
Behandlung eines Lipödems

- konservative Therapie

- operative Therapie
- Bewegung mit Kompression im aeroben Stoffwechselbereich
- komplexe physikalische Therapie (KPE)
- apparative intermittierende Kompression
- Kompressionsbestrumpfung
- Psychotherapie
- operative Korrekturen (Liposkulptur)
- Diät (nur um das begleitende Übergewicht zu reduzieren)
- lymphologische Liposkulptur (mit lymphologischer Nachbehandlung von etwa einer Woche, Finanzierungshilfen)












