Meine Woche im Hirschbachtal 4. - 11. Februar 2006
Das Infomaterial versprach viel. Und wie war’s dann? Noch viel schöner!
Die liebevoll familiäre Atmosphäre des Hauses spürte ich vom ersten Augenblick. Unser kleiner Kreis, wir waren nur fünf, - es hatten grippebedingt mehrere Gäste abgesagt- fand sich schnell zusammen zu einer fröhlichen, interessanten Tischrunde. Die Betreuung ließ wirklich keinen Wunsch unerfüllt, auch unausgesprochene Wünsche wurden geahnt und umgesetzt!
Das Wichtigste zuerst: Die Therapie
Mit viel Einfühlungsvermögen und großer Sachkenntnis wurde täglich die aus drei Teilen bestehende Behandlung durchgeführt. Zuerst die sehr angenehme Lympha Press-Anwendung, danach eine sehr ausführliche, genauso angenehme Lymphdrainage von höchster Qualität, dann das gewöhnungsbedürftige Wickeln. Das war erforderlich, und wir gewöhnten uns recht schnell daran; obwohl das Abwickeln und die Stunden „ohne“ durchaus genossen wurden. Wir alle merkten schon nach den ersten Tagen den Erfolg, das Konzept war gut!!
Nun das Essen. Ein Kapitel für sich.
Wir schlemmten, an manchen Tagen schafften wir das meistens viergängige Menü gar nicht!
Es gab immer einen großen vielseitigen Salatteller, viel verschiedenes Gemüse, immer sehr appetitlich und gekonnt dekoriert, abwechselnd Fisch und Fleisch, immer einen Nachtisch. Vorsuppe übrigens auch grundsätzlich. Das Abendessen – auch oft warm und sehr abwechslungsreich - war von der Menge so reichlich bemessen, dass ich nicht immer alles aufessen konnte. Und jetzt kommt das Beste: Mittag- und Abendessen hatten zusammen in der Regel nicht mehr als 1200 Kilokalorien!!! Die meisten von uns hatten nach dieser subjektiv sehr üppigen Woche deutlich abgenommen! Für den letzten Abend war noch eine besondere Überraschung geplant, die verrate ich jetzt aber nicht, damit alle zukünftigen Gäste – wir fühlten uns wirklich als Gäste und nicht wie Patienten - auch überrascht werden!
Am Nachmittag wurde uns ein Lympho-Opt Walking angeboten, das uns jedes Mal Spaß machte. Es überforderte nicht, zeigte uns die wunderschöne Umgebung und ließ uns die Schneelandschaft genießen. Wer nicht mitgehen mochte, machte für sich allein einen Dorfspaziergang. Das Dorf: Ein Bach, ein Bäcker, eine Poststelle, ein Lädle, mehrere Gasthöfe, das war’s fast schon. Herrlich gemütlich.
An einem Abend machten wir einen Besuch in der dazugehörigen Lymphklinik. Wir lernten bei einer fröhlichen Bewegungsstunde die stationär aufgenommenen Patienten kennen und nahmen an einem Ernährungsvortrag teil. Diese Begegnung mit schwerer erkrankten Patienten als wir es waren war für uns wichtig; es ermöglichte uns einen neuen Blick auf unsere Situation. Die Gespräche mit Dr. Schingale im Laufe der Woche waren sehr herzlich und persönlich, getragen von seiner enormen fachlichen Qualifikation und menschlichen Wärme. Herr Weigl, der Finanzchef des Unternehmens, verbrachte einen ganzen Abend mit uns, ließ uns hinter die Kulissen blicken und beantwortete freimütig alle gestellten Fragen.
Nach einer Woche fiel uns der Abschied richtig schwer, voneinander und von dem Haus und seinen Menschen.
Jetzt wird der Leser dieses Berichtes sich fragen, war wirklich alles sooo positiv? Ja, wirklich!! Ich bin abgefahren mit dem festen Vorsatz, nicht nur einmal wiederzukommen, sondern regelmäßig. Es war wie eine Woche Urlaub.
Ich wünsche mir, dass dieses Haus sich seine Fröhlichkeit und liebevolle Atmosphäre erhalten möge!
Ingrid Dreves











